Im April erlebten die SchülerInnen der Klasse 6.1 im Rahmen ihres Klassenprojektes „Krasses Leben“ Menschen des ZSL („Zentrum Selbstbestimmt Leben“), mit denen sie einen Sensibilisierungsworkshop durchführten.
Die Referenten informierten zunächst über verschiedene Formen der Einschränkungen, die Menschen haben können – einige dieser Einschränkungen sind sichtbar, so wie z.B. Blindheit oder ein Leben im Rollstuhl. Andere Beeinträchtigungen sind hingegen unsichtbar (ADHS, HI, ASS…).
Da alle Referenten selbst eine oder mehrere Beeinträchtigungen hatten, konnten sie der Klasse aus erster Hand berichten und viele persönliche Fragen beantworten.
Anschließend gab es praktische Stationen, die von den SchülerInnen ausprobiert wurden:
Im Rollstuhlparkour musste man mit einem Rollstuhl als erstes einen Slalom absolvieren, dann rückwärts einparken und anschließend eine Tür öffnen und durchfahren. Das war besonders schwer, weil die Tür sehr schwergängig war und außerdem auf dem Boden eine ganz kleine Kante war, die man mit dem Rollstuhl schlecht überwinden konnte.
Danach simulierte die Betreuerin einen „Kontrollverlust“ – dabei wird der Rollstuhl einmal schnell nach hinten gezogen.
Im „ADHS-Test“ sollte man ein bestimmtes Zeichen auf einem Blatt Papier einkreisen und gleichzeitig ein Klopfgeräusch zählen, während außerdem laute Geräusche abgespielt wurden und die SchülerInnen Handschuhe anhatten, die mit Sand gefüllt waren. Im zweiten Test, der ohne die zusätzlichen Reize durchgeführt wurde, waren die Zählergebnisse deutlich besser… .
Beim Blindenparkour setzte man sich eine Spezialbrille auf, sodass man garnichts mehr sehen konnte. Mithilfe eines Blindenstocks und eines Partners (der dafür sorgte, dass man nirgendwo gegen lief) ging man dann einen Weg über die Mitte des Schulhofes. Bei manchen Durchgängen lief sogar ein Lehrer als „Hindernis“ in den Weg.
In der „Beinbruchsimulation“ bekam man eine Schiene oder Gehstütze, als ob man sich etwas gebrochen hätte. Damit zu gehen und sogar Treppen zu bewältigen, fanden die meisten SchülerInnen sehr schwer.
Am Ende besprach die Klasse die vielen Eindrücke des Tages. Gelernt wurde viel, zum Beispiel, sich in die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung hineinzuversetzen und respektvoll mit allen umzugehen. Die persönlichen Erzählungen der Referenten haben die Klasse dabei besonders beeindruckt – echt ein „krasses Leben“… .
Frieder Wahrendorff, 6.1