Die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft und das Hermann-Billung-Gymnasium Celle haben eine langfristige Kooperation vereinbart. Mit dem Modellprojekt GEO:LINK sollen geowissenschaftliche Themen künftig stärker mit dem schulischen MINT-Unterricht verbunden und für Schülerinnen und Schüler praktisch erfahrbar gemacht werden.
Mit der Übergabe einer Mitgliedsplakette ist die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft e.V. (DGG) und dem Hermann-Billung-Gymnasium Celle nun auch nach außen sichtbar geworden. Das HBG ist das erste institutionelle Schulmitglied der DGG und zugleich Pilotpartner des neu gegründeten Modellprojekts GEO:LINK.
Die DGG ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft mit rund 1.200 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen. Zu ihren Aufgaben gehört es, geophysikalisches Wissen in Forschung, Lehre und praktischer Anwendung zu fördern und zu verbreiten. Mit GEO:LINK möchte die Gesellschaft diesen Auftrag künftig noch stärker in den schulischen Bereich hineintragen.
Geowissenschaftliche Kenntnisse gewinnen zunehmend an Bedeutung. Fragen der Energiewende, der Rohstoffversorgung, der Geothermie, des Grundwasserschutzes und des Umgangs mit Naturgefahren betreffen die Gesellschaft unmittelbar. Gleichzeitig kämpfen viele geowissenschaftliche Studiengänge und Berufsfelder mit sinkenden Studierendenzahlen und einem zunehmenden Fachkräftemangel. Junge Menschen frühzeitig für naturwissenschaftliche Fragestellungen zu begeistern, ist deshalb wichtiger denn je.
Das Projekt entstand aus Gesprächen darüber, wie eine wissenschaftliche Fachgesellschaft Schulen sinnvoll unterstützen kann. Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Frage, welche fertigen Angebote von außen an die Schule herangetragen werden könnten, sondern zunächst: Was braucht eine Schule tatsächlich? Gemeinsam mit der Schulleitung sowie Lehrkräften aus den Bereichen Erdkunde und Physik wurde daraus eine langfristige Kooperation entwickelt, die sich an den vorhandenen Unterrichtsstrukturen und den Bedürfnissen der Schule orientiert.
Für das Hermann-Billung-Gymnasium eröffnet GEO:LINK die Möglichkeit, sein MINT-Profil noch enger mit authentischen wissenschaftlichen Fragestellungen zu verbinden. Die besondere Stärke der Geophysik liegt dabei in ihrem fächerübergreifenden Charakter: Sie verbindet Geographie und Physik mit Mathematik, Informatik, moderner Messtechnik und Datenanalyse. Themen wie Erdbeben, Plattentektonik oder der Aufbau der Erde lassen sich dadurch nicht nur theoretisch behandeln, sondern anhand konkreter Messungen und Experimente praktisch nachvollziehen.
Auch für die DGG ist die Kooperation von besonderer Bedeutung. Sie kann ihre fachliche Expertise, ihr Netzwerk und bereits vorhandene Unterrichtsmaterialien unmittelbar dort einsetzen, wo sie junge Menschen erreichen. Gleichzeitig sollen die Erfahrungen aus Celle sorgfältig dokumentiert werden. Langfristig könnte daraus ein Baukastensystem entstehen, das auch anderen Schulen und DGG-Mitgliedern als Grundlage für eigene Kooperationen dient.
Das Modellprojekt versteht sich daher nicht als einmalige Veranstaltung, sondern als gemeinsamer Entwicklungsprozess. Schule und Fachgesellschaft möchten voneinander lernen, neue Unterrichtsideen erproben und die Zusammenarbeit Schritt für Schritt weiterentwickeln. Die Übergabe der Plakette markiert dabei nicht den Abschluss, sondern den sichtbaren Beginn der praktischen Projektarbeit.

Bildunterschrift:
Schulleiter Alexander Hein und DGG-Geschäftsführer Dr. Matthias Halisch bei der Übergabe der Mitgliedsplakette am Hermann-Billung-Gymnasium in Celle. Das HBG ist erster schulischer Kooperationspartner und institutionelles Schulmitglied der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft. Foto: HBG