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Problemlösen im Physikunterricht der Oberstufe

Unser ehemaliger Referendar, Hendrik Maas, war am 20. Mai wieder einmal am HBG zu Gast – dieses Mal in der Rolle des Doktoranden der AG-Physikdidaktik der Leibniz-Universität Hannover.

Wie auch schon in seinem Referendariat interessiert sich Hendrik sehr für das Problemlösen im Physikunterricht mithilfe von Blackbox-Experimenten. Hierzu hat er eigene Boxen zu einem oberstufenrelevanten Thema an der Uni entwickelt. Das Spannende an den Boxen ist ihr physikalisches Innenleben, dem die Schülerinnen und Schüler, ohne die Box zu öffnen, auf die Schliche kommen sollten.

Am vergangenen Mittwoch war es dann endlich soweit – beim Betreten des Raums standen viele kleine Boxen fein säuberlich gestapelt für den 12er-Kurs in N101 bereit und warteten nur darauf, ihre „Geheimnisse“ preiszugeben. Würden unsere Schülerinnen und Schüler das Problem in der Schachtel knacken?

Hatte Herr Vorrath bei seiner Planung an alle Lernvoraussetzungen gedacht? Immerhin waren auch einige Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst dabei.

Als Werkzeuge standen den Schülerinnen und Schülern ein roter Laser, ein Schirm mit Millimeterpapier und ein Lineal zur Verfügung – für Physik eigentlich sehr wenig, wenn man an die Sammlung der Physikfachschaft des HBG denkt.

Gott sei Dank hatten wir trotz des einfachen Aufbaus eine Doppelstunde eingeplant, denn ohne Nachdenken, Messen, Diskutieren und Rechnen wollten die kleinen Schachteln ihr Innenleben nicht mit uns teilen.

Am Ende der veranschlagten Arbeitszeit funktionierte es dann doch, und die Schülerinnen und Schüler konnten ziemlich genau erklären, wie der Aufbau in der Box aussieht. Auch Herr Vorrath und Herr Maas waren erleichtert, denn Erfolgserlebnisse und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind gerade in Physik für unsere Schülerinnen und Schüler sehr wichtig – das war den beiden von Anfang an klar.

Was haben wir Lehrkräfte, also Frau Lux, Herr Hein und Herr Vorrath, sowie die angehenden Lehrkräfte, Frau Schulz und Herr Dreyer, gelernt?

Man kann auch mit wenig Material junge Menschen zum Nachdenken, Staunen und vielleicht auch zum Begeistern bringen. Entscheidend ist neben der Lehrkraft der Inhalt und nicht die Verpackung.

Was haben die Schülerinnen und Schüler gelernt?

Auch eine kleine, einfache Holzschachtel kann in Zeiten von KI und Quantentechnologie ihren Reiz haben, wenn der Inhalt und das Miteinander beim Ringen um die Lösung stimmen.

Das Hermann-Billung-Gymnasium dankt herzlich Herrn Maas für die abwechslungsreiche Physikstunde, die unseren Schülerinnen und Schülern und allen weiteren Anwesenden sichtlich Spaß gemacht hat.

Zudem danken das Studienseminar Celle und das MINT-ec©-Physiknetzwerk der AG-Physikdidaktik der Universität Hannover um Prof. Gunnar Friege für die bereits geleistete Arbeit im Rahmen unserer Kooperation.

Text: Dr. Stefan Vorrath

Fotos: Victoria Lux