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Vier Tage Diplomat sein – das HBG in Den Haag

Ende Januar war es wieder so weit. Auch in diesem Jahr fand die THIMUN-Konferenz (The Hague International Model United Nations) in der niederländischen Stadt Den Haag, der Stadt des Friedens und der Gerechtigkeit, statt. Die Absätze der rund 3.000 Teilnehmenden aus Schulen weltweit klackern über den Fliesenboden des World Forums. Die Jungen tragen schicke Anzüge mit Krawatten, die Mädchen tragen elegante Blazer und Hosen oder Röcke. Alle sprechen Englisch. Auch elf Schülerinnen und Schüler des Hermann-Billung-Gymnasiums waren dabei. Für die Jugendlichen ist es eine einzigartige Gelegenheit, die diplomatischen Fähigkeiten zu erproben, den Nutzen von Künstlicher Intelligenz zu diskutieren und internationale Freunde zu finden oder alte wiederzusehen.

Die THIMUN-Konferenz zählt zu den größten und renommiertesten Model-UN-Veranstaltungen weltweit. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die in die Rolle von Diplomaten schlüpfen wollen und die Interessen der ihnen zugeteilten Länder in verschiedenen Komitees vertreten. Ziel ist es, Resolutionen zu Themen wie Menschenrechten, Umweltpolitik oder internationaler Sicherheit zu erarbeiten. Das diesjährige Thema war: Künstliche Intelligenz. Die Celler Jugendlichen haben sich ein Jahr in einer Arbeitsgemeinschaft, unter der Leitung von Petra Höxtermann, auf das Rollenspiel vorbereitet und vertraten die Interessen von Bolivien.

Nach der Anreise am Montag nutzten alle die Gelegenheit, die Stadt zu erkunden und sich auf die bevorstehenden Tage vorzubereiten. Am ersten Konferenztag standen das Kennenlernen und das Lobbying in den jeweiligen Komitees im Mittelpunkt. Abschließend fand die feierliche Eröffnungszeremonie statt. Höhepunkte der Veranstaltung waren die Reden des Bürgermeisters von Den Haag sowie eine Videobotschaft von UN-Generalsekretär António Guterres.

In den darauffolgenden Tagen standen intensive Debatten, strategisches Lobbying und viel Flüstern mit den Sitznachbarn an der Tagesordnung. „Ich habe zum allerersten Mal vor mehr als 200 Zuhörenden eine Rede gehalten, das ist schon etwas anderes als in der Schule“, so Stina Klaus. Aber auch die Abende bleiben in Erinnerung – sei es das Eislaufen, das Erkunden der Stadt mit Google Maps, die Restaurantbesuche oder die entspannten Gespräche und lauten Diskussionen in der Hotellobby.

„THIMUN 2025 war eine großartige Erfahrung, die uns nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weitergebracht hat. Ich würde es allen empfehlen, die Spaß an Politik, Freunde finden und Reden haben“, resümiert Stina Klaus.

 

Text: Stina Klaus

Foto: Yvonne Loske